Die Kunst der Reduktion – Flatdesign

Designer haben heute scheinbar unendliche Möglichkeiten.
High Speed Datenübertragung durch Breitbandnetze, Displays mit einer Auflösung, die das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann, Hightech-Maschinen für ein megascharfes Druckbild und eine schier unendliche Fülle an Grafikprogrammen bieten dem Designer viele Möglichkeiten seine Ideen umzusetzen.
Doch nun ist alles obsolet. Der Trend zur neuen Einfachheit hat sich längst als führender Designstil etabliert.

Noch vor wenigen Jahren war im Internet Realismus Trumpf. Grafische Benutzeroberflächen zeigten Bilder und Illustrationen möglichst realistisch und naturgetreu. Der Nutzer brauchte für die Online-Seite schnell wiedererkennbare Icons wie zum Beispiel den Papierkorb.





Durch den Einsatz von unterschiedlichen digitalen Ausgabegeräten wie Smartphones, Tablets, Laptops, Desktop-Rechnern, Beamer oder Konsolen haben sich heute die Anforderungen an Websites und Apps grundlegend verändert. Heute sind eine größere Flexibilität in der Darstellung und Bedienung wichtig.
Auch der User hat sich weiterentwickelt: Er will klar strukturierte Inhalte und eine schnelle intuitive Navigation – und das alles ohne grafisches Beiwerk. Texturen, Verzierungen, Schlagschatten oder dreidimensionale Elemente sind für eine bessere Orientierung längst nicht mehr erforderlich und verschwinden zunehmend von den Bildschirmen.

Flatdesign bedeutet Reduktion.
Flatdesign zeichnet sich durch einen minimalistischen Gestaltungsstil, viel Raum, Fokussierung auf die Typografie und eine klare, kontrastreiche Farbanwendung aus.
Die Design-Entwicklung des Apple Papierkorb-Icons zeigt die Entwicklung zum Flatdesign beispielhaft auf.
Übrigens: die Papierkorb-Darstellung von 1984 liegt wieder voll im Trend.


Die Chancen, die Flatdesign bietet, sind vielfältig - nicht nur im Web, sondern auch im Printdesign.
Durch die reduzierte und klare Anmutung des Designs, der Farben und der Typografie können wichtige Inhalte perfekt in Szene gesetzt und vom Konsumenten leichter verstanden werden.

Auf das Wesentliche Konzentrieren.
Als Designer begrüße ich, dass die Klarheit und Reduktion des Flatdesigns mittlerweile als unentbehrlicher Gestaltungsstil eingesetzt wird. Zu Recht – denn Ideen und Inhalte optimal zu transportieren wird durch die Konzentration auf das Wesentliche am besten erreicht.

Doch bleibt es dabei?
Neue grundlegende Trends lassen vorerst auf sich warten – es sieht so aus, als würde uns das Flatdesign noch einige Zeit erhalten bleiben. Jedoch werden Anreicherungen von Schatten durch dreidimensionale Ebenen erforderlich.

Auch für die kommenden Jahre gilt: viel Spaß mit „weniger ist mehr!“.